Chronik

Die Konsumvereine bzw. Genossenschaften wurden zu dem Zweck gegründet, ihren Mitgliedern die Lebensbedürfnisse (Nahrungsmittel, Heizmaterialien, Kleidung, Wirtschafts- und Gebrauchsgegenstände) zu möglichst vorteilhaften Bedingungen zu verschaffen. Dadurch, daß im großen eingekauft und an die Mitglieder im kleinen verkauft wurde, schaltete man den Zwischenhandel aus und der Reingewinn wurde an die Mitglieder verteilt. Dies geschah mit den „Konsum-Marken“ am Jahresende oder früher mit den geklebten Couponkärtchen, die sofort eingelöst wurden.

Zur Erreichung dieses Zweckes, d.h. vorteilhaften Einkauf und Produktion, betrieben viele Konsumgenossenschaften eigene Bäckereien, Fleischereien, Mühlen usw. Der Gedanke, in Deutschland eine solche Genossenschaft zu gründen, stammt von Hermann Schulze-Delitzsch (1808 – 1883). Er war Begründer des deutschen Genossenschaftswesens und gründete in den 50er Jahren des 19.Jahrhunderts den ersten Konsumverein.

Die Sozialdemokraten unterstützen den Gedanken und förderten die Bildung von Genossenschaften. Oft waren die Vorstände der Genossenschaften „fest“ in sozialdemokratischer Hand. Viele Filialleiter, die sich offiziell als „Lagerhalter“ bezeichneten, waren gestandene Sozialdemokraten. Kein Wunder, kamen doch die meisten Mitglieder aus dem Arbeiterstande.

Die Gründung

In unserer Stadt Ilmenau wurde der „Consum-Verein“ 1876 gegründet. Initiator und Förderer war Carl Schwanitz (1823 – 1904), Oberamtsrichter und späterer Justizrat in Ilmenau. Nach ihm wurde die Schwanitzstraße benannt. Die Gründung wurde im Frühjahr 1876 im Kurhause (i.d. Lindenstraße) vollzogen. 100 Mitglieder hatte der „Consumverein“ im Gründungsjahr und „Director des Consumvereins“ war der Porzellanfabrikant Robert Metzler. Die erste „Consum“-Verkaufsstelle ist in der damaligen Carl-August-Straße, der heutigen Karl-Zink-Straße zu suchen.

In späteren Jahren war Franz Neidt, Mitbegründer des SPD-Ortsvereines in Ilmenau, Kassierer des „Consumvereines“. Um die Jahrhundertwende wurde das Haus in der Marktstraße, unterhalb vom heutigen Café Schindler, erworben und war die Hauptverkaufsstelle. Noch kurz vor dem 1.Weltkrieg wurde der schieferbeschlagene einstöckige Altbau abgerissen und der Neubau errichtet. Ein „Erfolg für den Ilmenauer Consum- und Produktivverein“, so firmierte man in diesen Jahren, denn es wurde im 1. und 2. Stockwerk verkauft – und wenn man so will, der Vorläufer vom heutigen Konsum – Citykaufhaus.

Mit der Wende kam auch für die hiesige Konsumgenossenschaft eine tief greifende Zäsur. In Jahr 1990/91 wurde die Struktur völlig verändert. Abgabe der Konsum-Gaststätten, Privatisierung der ehemaligen Konsumfilialen, Aufgabe bzw. Abtretung der großen Kaufhäuser, Konzentration auf zukunftsträchtige Standorte…Seit dem 1.Juni 1991 ist der Lebensmittelbereich in Kooperation mit REWE-Konsum übergegangen. Für die Zukunft wurde das“City-Kaufhaus“ geplant – und zwar am traditionellen Kaufhallenstandort in bester Lage.

Nach der Wende

Für die Zukunft des City Kaufhaus kam nur ein Neubau in Frage – und zwar am traditionellen Kaufhallenstandort in bester Lage. Die Altbausubstanz und der Bauzustand der Häuser ließen keine Erweiterungsmöglichkeiten zu. Mit dem Kauf von weiteren Grundstücken (Rammings Schmiede) wurde das Terrain vergrößert. Kein Wunder, daß sich in dieser Lage und bei der Grundstücksvergabe viele Interessenten und Investoren die Türklinke vom Konsum die Hand gaben. Betraut mit der Errichtung eines Kaufhauses wurde die Kaufring-Tochter Planungsring. Konkrete Formen nahm der Planungsbeginn im Dezember 1991 an. Der nötigen Beantragungen wurden gestellt und nahmen 1992 ihren Lauf der Bürokratie.
Mit allen Genehmigungen in der Tasche begannen die Abbrucharbeiten im März 1993. Zuvor wurden die alten Häuser natürlich noch einmal fotografiert. Der erste Spatenstich erfolgte am 22. Juli 1993 durch die Firma Hoch/Tiel AG, Zweigstelle Zella-Mehlis.

 Blick vom Mühlgraben

Blick vom Mühlgraben

 Fußgängerzone

Fußgängerzone

Und wie bei jedem großen Bau gab es auch hier Schwierigkeiten. Mußten die angrenzenden Grundstücke von Möbel-Hallauer unterfangen werden, kam die Wand vom früheren Försterschen Haus zum Einsturz, tat sich plötzlich ein Wasserloch im Erdreich auf. Alles Probleme, die gemeistert wurden und das Ziel vor Augen nicht verwischen ließen.

Im März 1994 konnte nun der Innenausbau dieses Kaufhaus beginnen – und im Juni erfolgte die erste Warenlieferung. In Riesenschritten ging es auf die Eröffnung zu. Es wurde hart gearbeitet und der Einsatz war täglich sichtbar – denn, am 21. Juli, wurde das „City Kaufhaus“ im Herzen unserer Stadt eröffnet.

 heute

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